Tipps:
- nicht geeinet für Tennis Neulinge
- Belastungs-EKG min. 75 W
- Vorzugsweise gleichstarke Spieler
- nie ehrgeizige Wettkämpfe
- Spiel mit nur ein Ball
- keine Doppel
- nicht außer Puste geraten
Eine Vielzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen in den vergangenen Jahren konnten belegen, dass regelmäßige körperliche Aktivität einem Herzinfarkt vorbeugen kann (Primärprävention). Wichtig ist dabei ist, die richtige Sportart zu auszuwählen. Selbst dem, den schon ein Herzinfarkt heimgesucht hat, hilft sportliche Tätigkeit langfristig dabei, dem Fortschreiten der koronaren Herzkrankheit und somit weiteren Herzinfarkten entgegen zu wirken (Sekundärprävention). Man kann Sport deshalb durchaus mit einem Medikament vergleichen.....
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Wie bei der Einnahme von Medikamenten kommt es auf die richtige „Dosierung“ an. Eine „Überdosierung“ könnte zu Schaden führen. Koronarsport in einer ambulanten Herzgruppe ist in diesem Zusammenhang die beste und sicherste Möglichkeit, das „Medikament Sport" in der richtigen Dosis einzunehmen. Nur zu verständlich: Viele Betroffene wollen zusätzlich individuell aktiv sein oder möchten alte sportliche Vorlieben fortsetzen. Eine häufige Frag ist nun, ob und in welcher Form Tennis eine geeignete Form darstellt. Grundsätzlich sind Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen oder Radfahren den Wettkampf- oder Kraftsportarten vorzuziehen, da sich ihre Belastungsintensität besser steuern lässt. Für günstige Effekte auf Stoffwechselvorgänge mit langfristiger Verbesserung von Blutzucker, Cholesterin, Blutdruck und Übergewicht sollten die Aktivitäten mindestens eine halbe Stunde andauern und drei- bis viermal in der Woche wiederholt werden. Die Belastungsintensität kann dabei relativ niedrig sein und orientiert sich an der so genannten „anaeroben Schwelle“. Das ist die Belastungsintensität, bei der die von der Muskulatur benötigte Sauerstoffmenge unmittelbar durch die Atmung gedeckt werden kann......
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Gerät man bei der Belastung „außer Atem", ist diese Schwelle überschritten. Demnach sind solche beliebten Sportarten wie Fußball oder Tennis als ungünstig anzusehen, weil man im Wettkampf leicht dazu neigt, über diese Schwelle hinauszugehen und damit schädliche Belastungsintensitäten erreicht. Dieser Umstand führt dazu, dass viele Ärzte ihren Herzpatienten von der Ausübung dieser Sportarten strikt abraten. Dass dies zumindest für das Tennis nicht grundsätzlich gelten muss, konnte eine kürzlich in der Fachzeitschrift Herz/ Kreislauf veröffentlichte Studie zeigen. Untersucht wurden wichtige Herz/Kreislaufparameter wie Blutdruck, Puls und Herzrhythmus während des Tennisspiels. Dabei wurden fünf verschiedene Spielvariationen miteinander verglichen, um die Spielform herauszufinden, die der Idealform eines gut dosierten Ausdauertrainings am nächsten kommt. Es wurden Einschlagen und Match mit jeweils einem oder vier zur Verfügung stehenden Bällen sowie Doppelmatch mit vier Bällen miteinander verglichen. Voraussetzung zur Teilnahme an dieser Untersuchung war, dass es sich bei den Herzpatienten um geübte Tennisspieler mit ebenfalls geübten, etwa gleichstarken Partnern handelte. Darüber hinaus musste eine allgemein gute Belastbarkeit bestehen. In einem zuvor durchgeführten Belastungs-EKG wurden mindestens 75 Watt geleistet. Die durchschnittliche Belastbarkeit der Teilnehmer lag bei 138 Watt. Resultat: Es zeigte sich, dass im Einzelspiel mit nur einem zur Verfügung stehenden Ball beim Match und noch mehr beim einfachen Bälleschlagen die günstigeren Belastungen auftraten. Die Spieler mit nur einem Ball spielten automatisch sicherer und langsamer, um den Ball länger im Spiel zu „halten". Außerdem ergaben sich häufigere Verschnaufpausen, da der Ball nach jedem Ballwechsel aufgesucht werden musste. Das Doppel mit vier Bällen schnitt am ungünstigsten ab. Die Fachleute ziehen den Schluss, dass Tennis, insbesondere in den ausdauerbetonten Spielformen, auch in der Rehabilitation gut leistungsfähiger Herzkranker empfohlen werden kann. Die Betonung liegt auf werden kann. Voraussetzung ist zur Risikoabschätzung die übliche kardiologische Funktionsdiagnostik, insbesondere Echo, Belastungs-EKG und Langzeit-EKG. Die betroffenen sollten alles mit ihrem behandelden Arzt abstimmen.Grundsätzlich sollte der Patient unter Belastung beschwerdefrei sein.
Bei Herzklappenpatienten wird zusätzlich eine Stress-Echokardiografie empfohlen, um die belastungsabhängigen Blutflusseigenschaften über die erkrankte oder künstliche Herzklappe, die bestimmte Grenzwerte nicht übersteigen sollten, festzustellen.
Es ist eben wie immer im Leben:Alles mit Maß und Ziel oder besser gesagt:
"Übermut tut selten gut"!
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